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RK03OC432_BlueAngelsDie Vorfuehrung der BLUES beginnt bereits am Boden. Alles laeuft exakt nach einem genauen Ritual ab. Vorstellung des Teams, Einsteigen ins Cockpit, Anlassen der Triebwerke, Loesen der Bremsen und Rollen zur Startposition. Das Flying Display dauert insgesamt eine gute halbe Stunde. Alle Manoever werden mit aeusserster Praezision geflogen. Kaum einer der Zuschauer kann sich vorstellen, wieviel Arbeit und Training erforderlich ist, um die von den BLUE ANGELS vorgefuehrte Perfektion zu erreichen.
Der Start des Teams erfolgt in zwei Etappen - als erstes startet das Hauptfeld mit vier Maschinen ( #1, 2, 3 & 4 ) in enger Formation nebeneinander, wobei die #4, der Slot, bereits nach dem Abheben etwas zurueckfaellt, um seine Position innerhalb der Formation einzunehmen, welche typisch fuer die BLUE ANGELS ist - die DIAMOND FORMATION. In dieser Konfiguration wird auch sogleich das erste Manoever geflogen, der DIAMOND LOOP. Das Schwierigste an diesem Manoever ist der extrem geringe Abstand der Maschinen zueinander. Gerade dies macht unter anderem auch den Mythos BLUE ANGELS aus - kein Team fliegt dermassen eng zusammen, wie die BLUES. Der Abstand zwischen den tonnenschweren Maschinen betraegt oft gerade mal 1! Meter.

Diamond Loop   © R.KyselaNach dem DIAMOND LOOP starten die beiden Solomaschinen ( siehe: Solo Display ).  Waehrendessen positioniert sich die Viererformation zu dem, fuer das Publikum wohl schoensten Manoever, dem DIAMOND 360. Aus dem Ruecken der Zuschauer fliegt die Formation in geringer Hoehe fast einen horizontalen Vollkreis. Welche Erfahrung und welches Koennen dafuer notwendig sind, laesst sich bei diesem wunderschoenen Anblick nicht mal erahnen. Welche Manoever auf einer Show geflogen werden, haengt natuerlich auch immer vom Wetter ab. Gerade vertikale Manoever, also Loopings z.B., duerfen und koennen nur bei bester Sicht und Wetterlage geflogen werden. Beim Pre-flight Briefing wird entschieden, welches Display vorgefuehrt wird. Aendert sich die Wettersituation waehrend der Show, die ja immerhin knapp 40 Minuten dauert, so hat der Eventkoordinator sowie der Teamleader selbst jederzeit die Moeglichkeit, Manoever auszulassen, bzw. sogar das Display unverzueglich abzubrechen. Um sich mit dem Terrain vertraut zu machen, fliegen die BLUES bei ihrer Ankunft vor der Show einen sogenannten Orientationflight. Dabei werden markante Punkte im Gelaende gesucht, anhand denen man sich waehrend der Vorfuehrung orientieren kann. 
Das naechste Manoever ist der beruehmte ECHELON PASS. Wie der Name schon sagt ( ECHELON = Staffelung, Gliederung, Anm.- d. Red. ), fliegen die vier Maschinen in enger Formation versetzt zueinander. Je nach Standpunkt sieht der Zuschauer dabei nur die #1, der Rest der anderen Maschinen ist oft nur teilweise oder gar nicht zu sehen.

Double Farvel   © R.KyselaWaehrend der gesamten Vorfuehrung ist die #1, der Teamleader, der einzige, der im Prinzip sieht, wo sich das Team gerade befindet. Die restlichen Piloten, inklusive des Slots (#4) muessen ihr Augenmerk kontinuierlich auf ihren Fluegelmann , bzw. Vordermann richten, um die Formation zu halten, bzw. eine Kollision zu vermeiden. Der Slot ist durch seine Position in der Lage, saemtliche Flugmanoever seiner Teamkollegen zu beobachten. Deshalb fungiert er innerhalb des Teams auch als eine Art Schiedsrichter beim Debriefing, also nach der Show, wo er rigoros Kritik bei eventuellen Fehlern an seinen Kameraden uebt. Diese Position erfordert die meiste Erfahrung, deswegen haelt die #4 Position stets ein Pilot inne, welcher schon mindestens eine Saison im Team geflogen ist. Ein weiteres spektakulaeres Manoever ist das DOUBLE FARVEL. Auch dieses Manoever basiert auf der Diamond Formation, allerdings fliegen der Teamleader sowie der Slot dabei auf dem Ruecken. Beim DIAMOND DIRTY LOOP fliegt die Formation ein Looping mit ausgefahrenen Fahrwerk sowie Fanghaken ( bis auf die #1).

OC02330_BlueAngelsObwohl die meisten Formationen der BLUE ANGELS mit vier Maschinen geflogen werden, vereinigen sich die beiden Solos immer wieder mit der Hauptformation. Dabei wird von beiden Maschinen stets die auesseren Positionen besetzt. Die gezeigten Manoever heissen unter anderem, DELTA FORMATION, LINE ABREAST-LOOP ( mit fuenf Maschinen ), DELTA LOOP BREAK, sowie last but not least SIX PLANE CROSS.
Noch eine Besonderheit hebt die BLUE ANGELS von saemtlichen anderen Aerobaticteams ab: sie fliegen ohne G-suits. Bei Belastungen von -2,0 bis +7,5 G waehrend des Displays kann man sich vielleicht ungefaehr vorstellen, wie fit die Piloten sein muessen, um bei diesen Strapazen nicht das Bewusstsein zu verlieren. Der Grund, weswegen die BLUE ANGELS auf ihre Anti-G Anzuege verzichten, hat aber nichts mit Uebermut oder Heldentum zu tun, sondern haengt mit ihrer besonderen Art zu fliegen zusammen. Damit sie blitzschell auf kleinste Veraenderungen der Fluglage reagieren koennen, steuern sie die Maschine de facto aus dem Handgelenk. Dabei stuetzen sie den Unterarm auf ihrem Oberschenkel ab. Ein G-suit wird staendig aufgepumpt bzw. entlueftet,was wiederum zur Folge haette, das der Arm des Piloten bewegt wuerde, und sich diese Bewegung somit auf den Steuerknueppel uebertragen koennte. In enger Formation waere eine Korrektur nicht mehr moeglich und wuerde unweigerlich zur Katastrophe fuehren.

Das letzte Manoever des BLUE ANGELS-Display wird von allen sechs Jets gemeinsam geflogen. In Deltaformation verabschiedet sich das Team vom Publikum, wobei die Maschinen hintereinander aus der Formation durch abruptes Hochziehen ausbrechen um danach zu landen. Bei diesem Manoever werden die Piloten mit bis zu 7 G in ihre Schleudersitze gepresst.
Die Formationen sind ein Teil des gesamten Displays. Nicht weniger spektakular sind auch die Solovorfuehrungen. Sehen wir uns diese doch auch etwas naeher an:  SOLO DISPLAY

Robert Kysela / manging editor

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Release 1.0/2012