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Einmal pro Jahr veranstaltet die Royal Danish Air Force einen Tag der
Offenen Tuer auf eine ihr drei Stuetzpunkte (Karup, Aalborg und Skrydstrup AB). Am Wochenende zum 06. Juni 2010 fand diese Veranstaltung auf der
Skrydstrup AB statt. Zusaetzlich zelebrierte die RDAF ihr 60 jaehriges Bestehen als eigenstaendiger Truppenteil. Grund genug, uns dieses Event
etwas naeher anzusehen. Bei herrlichem Fruehsommerwetter eroeffnete die Daenische Koenigin Margarethe die Veranstaltung. Die Dansk Dronning (Daenisch fuer Koenigin) wurde standesgemaess mit der neuesten
Errungenschaft der RDAF, einer Agusta Westland EH-101 MERLIN eingeflogen. Daenemark bestellte 14 Maschinen dieses Typs, welche nach und nach den betagten Sikorsky SH-61 SEA KING ersetzen sollen. Leider
gab und gibt es genauso wie beim Britischen Derivat zahlreiche Schwierigkeiten, sodass sich die Abloesung
immer mehr verzoegerte. Aus diesem Grund kam man auch noch in den Genuss, besagte Sikorsky SH-61 in einer Flugvorfuehrung zu sehen.
Wie gehabt zeigte die RDAF auch in diesem Jahr eine spektakulaere
Solovorfuehrung einer ihrer Lockheed Martin F-16 MLU. Fast waehrend des gesamten Displays wurden Flares verfeuert, ein willkommenes Showelement, welches auch von den Belgischen und der Hollaendischen F
-16 dargeboten wurde. Daenemark beschaffte in den Jahren 1980 – 1985 58 F-16, welche die Saab Draken sowie die F-104 Starfighter in der Air
Defense Rolle abloesten. Ganze 16 Maschinen dieses Typs starteten dann auch zu einem imposanten Formationsflug. Vorher flogen jeweils zwei F-16
im Zuge einer Air Power Demo zahlreiche simulierte Angriffe mit jeder Menge Flares sowie dem Einsatz von Pyrotechnik (am Boden). Die bereits
erwaehnten Displays der Hollaender sowie der Belgischen F-16 waren eher enttaeuschend. Besonders das hollaendische Display war weit von dem entfernt, was man bisher von
unseren Niederlaendischen Nachbarn gewohnt war. Nicht das es fliegerisch schlecht gewesen ist, es fehlte
einfach der Pepp und die Dynamik. Auch sonst war im Bereich der Fast Jets nicht viel zu sehen. Ein paar
wenige, interessante Maschinen standen lediglich im Static Display (Eurofighter EF-2000 vom JG 73 “S“, BAe Harrier Gr.Mk 9, etc.)
Das Besondere an der Danish Airshow 2010 waren aber nicht die
Vorfuehrungen der Fast-Jets (diese waren wie schon erwaehnt mit Ausnahme der Daenischen Solo-F-16 eher mittelmaessig) sondern die verhaeltnismaessig grosse Anzahl an Warbirds und Oldtimer. Allem voran
natuerlich die Boeing B-17G FLYING FORTRESS „SALLY B“ aus Duxford. Bei ihr handelt es sich um eine von lediglich drei flugfaehigen Maschinen dieses
Typs in Europa (wobei die PINK LADY aus La Ferte Alais/Frankreich vor wenigen Wochen aus technischen Gruenden gegrounded wurde). In den
letzten Jahren sah man die SALLY B vornehmlich am Boden mit teilweise abgebauten Motoren. Die Beschaffung dringend benoetigter Ersatzteile und
vor allem die Bezahlbarkeit dieser macht den Betreibern von Oldtimer immer mehr zu schaffen – die SALLY B ist ein gutes Beispiel dafuer. Zum Glueck ist sie mittlerweile wieder voll
flugtauglich und wird (hoffentlich) in den naechsten Jahren die Airshowszene wieder mit ihren imposanten
Flugvorfuehrungen begeistern. Gleich zweimal kam der Zuschauer in den Genuss der Vorfuehrung dieses
legendaeren Bombers aus der Zeit des II. Weltkrieges. Als im Jahre 1990 der Film „MEMPHIS BELLE“ gedreht
wurde, diente die SALLY B als eine der Hauptdarstellerinnen fuer den Dreh. Dafuer wurde eine Seite in den
Farben der originalen „MEMPHIS BELLE“ lackiert. Diese erlangte einen legendaeren Ruf, da sie die erste
Maschine der 8th USAAF war, deren Besatzung 25 Feindfluege ueber Deutschland ueberlebte (sie wurde allerdings bei ihrem letzten Einsatz schwer beschaedigt). Nach den Dreharbeiten wurde die einseitige
Bemalung auf der Sally B beibehalten.
Eine weitere Legende, beonders in Daenemark, ist die Consolitated PBY
CATALINA. Dieses zweimotorige Patrouillenflugboot erlangte ihren legendaeren Ruf einmal durch ihre Unverwuestlichkeit, aber auch durch ihre
Rolle, die sie beim Aufspueren des Deutschen Schlachtschiffes BISMARCK spielte. Es war eine Maschine dieses Typs, welche die bereits verloren
geglaubte BISMARCK sichtete und damit grossen Anteil an deren spaetere Versenkung durch die Royal Navy hatte. Nach dem Ende des II.
Weltkrieges setzte Daenemark XX CATALINAS in der Kuestenueberwachung und in der SAR Rolle ein. Die letzte Maschinen dieses Typs wurde erst im
Jahre !9XX ausser Dienst gestellt und ist heute im RAF Museum Cosford/UK zu bewundern. Die in Skrydstrup vorgeflogenen PBY ist ein haeufiger und
gern gesehener Gast auf Europaeischen Airshows. Der Anteil an Fluggeraet aus Schweden war in Skrydstrup (naturgemaess) hoch. Neben zwei North American AT-6 Harvard (Schwedische Bezeichnung: Sk.14 ) sowie
der altbekannten Hawker Hunter F.Mk 6 sah man zwei Supermarine Spitfire (Mk. XIV sowie eine Mk. XXI). Beide Maschinen flogen ein gemeinsames Display, wobei das Modell Mk. XIV mit einem RR Merlin 21
ausgestattet ist, die Variante Mk XXI bereits ueber den wesentlich staerkeren RR Griffon verfuegte. Die
Griffon - Spitfires kamen gegen Ende des II. Weltkrieges zum Einsatz und stellten den Zenith der
Entwicklung kolbengetriebener Jagdflugzeuge in Grossbritannien dar. Ein weiteres Highlight, ebenfalls aus Duxford, war die Vorfuehrung einer North American F-86A SABRE. Auch diese Maschine diente in den
Anfangsjahren RDAF
Normalerweise laufen Airshows, speziell vom Militaer veranstaltete, immer
nach dem gleichen Schema ab: Zeigen was man hat, ein paar befreundete Nationen einladen und ein paar Top-Aerobaticteams fliegen lassen. Die
Gewichtung vieler Shows wird anhand der Highlights bemessen, die der flugzeugbegeisterte Zuschauer dort sehen kann. In diversen Flugzeugforen
werden die Veranstaltungen demgemaess bewertet. Nicht dass solch eine Bewertung Einfluss auf den Andrang an Zuschauern oder schon gar nicht
auf die Organisatoren hat, aber in der immer groesser werdenden und durch das Internet global verbunden Community der Luftfahrtenthusiasten ist eine positive Resonanz mit einem Einflussreichen Film- oder
Theaterkritiker zu vergleichen. Neben dem Kriterium des Organisatorischen Ablaufes spielen vor allem die Vorfuehrungen der Aerobaticteams eine gewichtige Rolle. Bezogen auf
letzteres koennte man also der Danish Airshow 2010 ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellen, war dort nicht
einziges mil. Kunstflugteam vertreten. Interessanterweise wurden bei dieser Show gerade diese integralen Bestandteile eine Airshow anscheinend von niemandem wirklich vermisst. Das durchwegs
abwechslungsreiche und interessante Programm entschaedigte vollkommen fuer das Fehlen von Kunstflugstaffeln. Die RDAF praesentierte sich wie gehabt und konnte durch den gezielten Einsatz der
Oldtimer-Komponente eine fuer alle Beteiligten tolle Veranstaltung auf die Beine stellen. Schade nur, dass
sich die Daenische Koenigin nicht die ganze Show ansehen konnte, aber das Protokoll sah fuer sie nicht mehr Zeit vor :-)
Robert Kysela / CHK6
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