|
Das Display der BLUE ANGELS besteht im Grunde aus zwei Teilen: der Vorfuehrung des Teams mit seinen F/A-18A Hornet und zu Beginn die kurze,
aber eindrucksvolle Darbietung der als FAT ALBERT bekannten Begleitmaschine der BLUES. Damit sind sie weltweit das einzige Team, in
welchem die Begleitmaschine eine wichtige Rolle auch innerhalb der Show spielt. Die Hercules wird ausschliesslich von Angehoerigen des US MARINE
CORPS geflogen. Angetrieben von acht JATO-bottles (Jet-Assisted-Take-Off - Starthilferaketen) hebt die Lockheed C-130T Hercules bereits nach einer
Startstrecke von 1500ft ( knapp 500m ) ab und steigt in einem Winkel von annaehernd 45° gen Himmel. Die JATO-bottles vom Typ Mk.6 erzeugen
einen Schub von je 454 kp und haben eine Brenndauer von 15 sek. Es handelt sich dabei um abwerfbare Feststoffraketen, welche es der Hercules erlauben, die ohnehin schon
kurze Startstrecke nochmals zu reduzieren und schnell Hoehe zu gewinnen - ein Verfahren, welches in feindlicher Umgebung das Leben der Crew und die Maschine retten kann. Beim Start der, auch liebevoll BERT
genannten Begleitmaschine der BLUES, ist der Einsatz dieser Starthilferaketen ein spektakulaerer Auftakt einer grandiosen Show.
Nach dem Start dreht die Crew ausserhalb des Flugfeldes bei, um mit einem Highspeed-pass dem Publikum die durchaus passable Geschwindigkeit ihrer
C-130 Hercules zu demonstrieren. Eine ebenso eindrucksvolle wie kurze Landung beendet danach das Display der FAT ALBERT. Das Hissen der
“Stars & Stripes” Fahne auf der Taxiway ist ein immer wieder gern gesehenes Ritual und wird stets mit tosendem Applaus honoriert. Seit
ihrem Bestehen verfuegen die Blue Angels ueber eine Begleitmaschine. War es zuerst eine Beechcraft JRB und danach eine Douglas R4D-5 Skytrain (
Navy-Version der DC-3 ), so kamen im Lauf der Jahre verschiedene Muster zum Einsatz. Die mit Abstand schoenste Maschine war ohne Zweifel die
Lockheed C-121 Constellation. Allerdings war die Connie fuer den Aufgabenbereich nicht gerade ideal. Sperrige Fracht, wie z.B. Ersatztriebwerke, mussten umstaendlich
verladen werden. Aus diesem Grund wechselte man 1970 auf die geraeumige Lockheed KC-130F Hercules, ein Ex-Tankflugzeug. Bis zum heutigen Tag wurden 7 verschiedene Modelle der Hercules verwendet. Die hier
gezeigte Maschine ist das neueste Fabrikat, eine C-130T, welche erst im November 2002 ihren Dienst antrat.
Natuerlich liegt der Hauptaufgabenbereich der FAT ALBERT in der
Bereitstellung ihrer Transportkapazitaet fuer die Begleitmannschaft, das notwendige Equipment und eventuelle Ersatzteile. Immerhin bis zu 40
Mann und ueber 10 Tonnen an Material und Ausruestung muessen von und zu einer Airshow geflogen werden. Aus dieser Taetigkeit ruehrt auch der Name: FAT ALBERT AIRLINES - welcher unter dem Cockpitfenster der C-130
prangt. Wie oben schon erwaehnt, besteht die 3-koepfige Besatzung der FAT ALBERT ausschliesslich aus Angehoerigen des US Marine Corps. Der Name FAT ALBERT stammt uebrigens von einer Zeichentrickserie aus den
Sechziger Jahren. An dieser Stelle mehr ueber die C-130 Hercules zu schreiben wuerde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, doch ein kleines Detail am Rande moechten wir
doch zum Leistungsvermoegen dieser Maschine loswerden, oder wussten Sie, dass die Lockheed C-130 Hercules die groesste Maschine ist und war, die jemals auf einem Flugzeugtraeger gestartet bzw. gelandet
ist? Im Oktober 1963 wurden an Bord des Traegers USS Forrestal mit einer KC-130F insgesamt 21 Traegerlandungen und 29 touch-and-gos durchgefuehrt. Dabei wurde nicht, wie sonst ueblich, ein
Fanghaken verwendet, sondern lediglich die Propeller auf Schubumkehr gestellt - und zwar noch in der Luft!
Wenn Sie also das naechste Mal eine Airshow in den USA besuchen, denken Sie daran, dass dieser maechtige Transporter sogar schon auf einem Flugzeugtraeger landete - in diesem Sinne, happy landings &
check 6!
Robert Kysela / manging editor
|