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Auf eine Initiative von Admiral Chester W. Nimitz wurde kurz nach Ende des II. Weltkrieges mit der Aufstellung eines Demoteams der US Navy
begonnen, welches als Werbetraeger der amerikanischen Marineflieger dienen sollte. Ausgestattet mit drei Grumman F6F-5 Hellcat und einer North
American SNJ-6 ( Navy-Version der T-6 Texan, Anm. d. Red.) wurde am 16. Juni 1946 die erste Vorfuehrung auf der damaligen Homebase in
Jacksonville/Florida geflogen. Der offizielle Name dieses Teams lautete: NAVY FLIGHT EXHIBITION Team. Die Namensgebung gestaltete sich allerdings schwierig. Selbst ein Wettbewerb brachte nicht den
gewuenschten Erfolg. Nach einigen mehr oder weniger brauchbaren Vorschlaegen, wie z.B.: NAVY BLUE LANCERS; wurde man ausgerechnet in
New York fuendig. Der Name eines populaeren Nachtklubs dieser Metropole wurde seitdem zum Synonym fuer die beruehmteste Marinekunstflugstaffel, die BLUE ANGELS.
Nur zwei Monate nach ihrem ersten oeffentlichen Auftritt wechselten die Blues ihre Maschinen. Anstelle der Grumman Hellcat erhielten sie die
staerkere und wendigere Grumman F8F-1 Bearcat, womit sie zum ersten Mal ihre beruehmte Diamond-Formation vorfuehrten. Ende der Vierziger-Jahre ging die Aera der Propellerjaeger zu Ende - auch fuer die BLUE
ANGELS. Mit sechs brandneuen Grumman F9F-2 Panther begann fuer die BLUES im Jahre 1949 das Jetzeitalter. Nach einer kurzen Unterbrechung
durch den Koreakrieg, an dem die Piloten aktiv teilnahmen (auf dem Traeger USS Princeton ), verlegte die Staffel auf ihre neue Heimatbasis, die
NAS Corpus Christi/Texas. Allzu lange verweilte man aber nicht in Texas. Bereits 1954 zogen die BLUES wieder um - diesmal auf die NAS
Pensacola/Florida, wo sie heute noch zu Hause sind. Dort wechselte man auf die Grumman F9F-8 Cougar - die erste Maschine der Grumman Ironworks mit gepfeilten Tragflaechen. Ein Zeichen fuer die Wichtigkeit, die
man an hoher Stelle den BLUE ANGELS beimass, war die Tatsache, dass diese stets mit den neuesten und
besten Maschinen ausgeruestet wurden, welche sich im Arsenal der Navy befanden. Nach der Cougar kam 1957 die F11F-1 Tiger, ebenfalls aus dem Hause Grumman, und dann, im Jahre 1969 stiegen die BLUES auf
die maechtige McDonnell Douglas F-4J Phantom II um.
Nach einem weiteren Wechsel auf die kleinere, aber auch viel agilere McDonnell Douglas A-4F Skyhawk, im Jahre 1974, aenderte sich auch das Erscheinungsbild der BLUE ANGELS. Bis zur Umruestung auf das aktuelle
Muster, die Boeing F/A-18A Hornet im Jahre 1986 flogen die BLUES die robusten Skyhawks. In dieser Zeit wurde das gesamte Team neu organisiert und erhielt den Geschwaderstatus mit zusaetzlichem Personal
und einem CO ( Commanding Officer - vergleichbar mit einem Geschwaderkommodore, Anm.d.Red. ) anstelle eines Flight Leaders. Der erste CO der BLUE ANGELS war Cmdr. Tony Less.
In den ueber 50 Jahren ihres Bestehens haben sich die BLUE ANGELS mit der Zeit gewandelt, ihre Professionalitaet und ihr Koennen sind gleich hoch
geblieben. Die gezeigten Manoever sind und waren stets ein Resulat des harten Trainings. Niemals wurden Stunts geflogen - ein Faktum auf das man besonderen Wert legt. Trotzdem zaehlen die Auftritte der BLUE
ANGELS zum Besten und Spannendsten, was es auf diesem Gebiet zu sehen gibt.
Die Piloten der BLUE ANGELS sind allesamt “handverlesen”. Voraussetzung fuer die Aufnahme ins Team ist eine Mindestflugstundenanzahl von 1350h
auf Taktischen Kampfflugzeugen und die Flugzeugtraegerqualifikation. Der Teamleader wird vom Chief of Naval Air Training (CNATRA) persoenlich
ausgesucht und muss mindestens 3000 Flugstunden auf Taktischen Kampfjets vorweisen sowie wenigstens eine Kampfstaffel kommandiert haben. Die einzelnen Positionen innerhalb des Teams sind streng
reglementiert: Der Kommandant der Blues ist die obligatorische #1, BLUE ANGEL #2 ist immer ein Pilot des MARINE CORPS, #3 - 7 sind Navy Piloten
und BLUE ANGEL #8 , der Event Koordinator, ist ein WSO des MARINE CORPS oder der NAVY mit den gleichen Voraussetzungen wie die Piloten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Top Teams verstehen sich die BLUE ANGELS nicht nur als Botschafter ihres Landes, sondern betreiben auch
massiv Oeffentlichkeitsarbeit um fuer Nachwuchs zu werben. Besuche oeffentlicher Einrichtungen, im Speziellen von Schulen und Universitaeten gehoeren zum Alltag des Teams.
Zur Zeit gehoeren dem Team 16 Offiziere sowie 110 Mannschaftsdienstgrade an. Voraussetzung zur Aufnahme bei den BLUE ANGELS sind neben der freiwilligen Meldung ausgezeichnete Referenzen.
Die Piloten, der Event Koordinator und der Wartungsoffizier verbleiben zwei Jahre bei dem Team. Danach kehren sie zu ihren regulaeren Einheiten
zurueck. Mitglied eines Aerobatic Teams zu sein hat nicht nur Sonnenseiten. Waehrend einer Saison fliegen die BLUE ANGELS auf bis zu siebzig Airshows in den USA und in Kanada. Da
bleibt wenig Zeit fuer die Familie. Unter der Woche hartes Training, am Wochenende Show. Trotzdem ist es
fuer einen NAVY - oder MARINE CORPS Piloten der Hoehepunkt seiner Karriere, wenn er seinen Marschbefehl zur NAS Pensacola bekommt.
Nach dem Ende der Saison ( Mitte November ) kehren die BLUE ANGELS zu ihrer Heimatbasis NAS Pensacola zurueck. Dieses Event wird noch einmal
gross gefeiert. Mit der sogenannten Homecoming Airshow verabschieden sich die BLUES bis zum naechsten Jahr von ihrem Publikum. Waehrend der
Wintermonate ( Januar bis Maerz ) verlegt man auf die Naval Air Facility (NAF) El Centro in Kalifornien, wo die Ausbildung der neuen Crewmitglieder
sowie die Vorbereitung fuer die neue Saison beginnt. Verschiedenene Aerobaticteams miteinander zu vergleichen ist eigentlich nicht moeglich.
Was alle miteinander vereint ist die Tatsache, dass sie zu den Besten der Besten ihres jeweiligen Landes gehoeren. Viele Teams umgibt ein Mythos,
manche habe sogar einen legendaeren Ruf ausserhalb ihres eigenen Landes. Die Definition des Mythos BLUE ANGELS ist schwer zu beschreiben, doch wer sie jemals gesehen
hat weiss, da ist noch ein wenig mehr. Schade nur, dass sie so selten ausserhalb des Nordamerikanischen Kontinents zu sehen sind - ihre letzte Tour nach Europa war 1995! Also bleibt fuer die Fans der BLUES nur
der Flug ueber den grossen Teich.
Robert Kysela / managing editor
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