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Am 20. Dezember 1942 verliess ein Schwarm, bestehend aus vier USAAF
Curtiss P-40F Warhawk von der 44. Fighter Squadron/ 18. Fighter Group den Stuetzpunkt Bauerfield auf Efate (eine Insel der Vanuatu Gruppe, welche sich zwischen den Solomonen und Neu Kaledonien im Suedpazifik
befindet). Ziel des Uebungsfluges war ein Navigationstraining. Auf ihrem Flug in suedliche Richtung wurden die P-40 von einem tropischen Sturm ueberrascht. Die schlechten Wetterverhaeltnisse, sowie Spritmangel
zwangen die Piloten ihre Maschinen auf der Insel Erromango notzulanden. Die vier Crewmitglieder ueberlebten die Notlandung im Dschungel unverletzt, die Flugzeuge allerdings waren nicht mehr zu gebrauchen.
Bergungsteams der USAAF demontierten einige brauchbare Ersatzteile, der Rest blieb mehr oder weniger unberuehrt vor Ort liegen. Im November 1989 barg ein Team, unter der
Leitung von Robert Greinert die ehemalige P-40F-1-CU "Bone Crusher" mit der Seriennummer 41-14112 und
brachte sie zusammen mit einer 2. Maschine (SN: 41-14205) nach Australien. Letztere wurde fuer das RNZAF Museum in Wigram in restauriert (nicht flugfaehig, Ausstellungsstueck), allerdings wurde ihr ein Allison
Triebwerk eingebaut, um sie in den Zustand einer P-40E zu bringen (die RNZAF flog keine der von einem Packard-Merlin angetriebenen P-40F).
Die Curtiss-Baureihe P-40 war speziell in den ersten Jahren des II.
Weltkrieges bei den Alliierten Luftstreitkraeften sehr verbreitet. Der einsitzige Jaeger ging aus einer Ausschreibung der US Army aus dem Jahr 1937 hervor und basierte auf dem Vorgaengermodell P-36
(Exportbezeichnung Hawk 75). Anstelle des urspruenglichen Wright Sternmotors der P-36 verfuegte das Modell P-40 (Exportbezeichnung Hawk 81, spaetere Modelle wurden als Hawk 87 designiert) ueber einen 12
Zylinder Allison Reihenmotor . Die Leistungen der P-40 wurden paradoxerweise als unzureichend angegeben. Richtig ist, dass die P-40 in Hoehen ab ca. 4500m den meisten Gegnern unterlegen war. Dies lag zum
einen an dem einstufigen Lader des Allison, zum anderen aber an dem grossen, relativ schnell drehenden Propeller. Ausserdem liess ihre Steigleistung zu wuenschen uebrig. Die
Manoevrierfaehigkeit war aber im Gegensatz zur langlaeufigen Meinung ueberdurchschnittlich gut. Lediglich
die japanischen A-6M „Zero“ Jaeger konnten die P-40 in diesem Punkt uebertreffen. Die P-40 war eine stabile
Waffenplattform und konnte ihre Staerken in geringer bis mittlerer Hoehe ausspielen. Nicht weniger als 13,738 Maschinen dieses Typs wurden zwischen 1939 und 1944 gefertigt, davon wurden im Rahmen des Lend-
and Lease Vertrages ueber 2600 Maschinen an die ehemalige Sowjetunion geliefert.
Ein Exportkunde war das Britische Koenigreich. Allerdings war man dort mit der Leistung des Allison
Triebwerks nicht sonderlich zufrieden, deshalb orderte man den Einbau des Packard Merlin V-1650-1 (Lizenzbau des Rolls Royce Merlin XX) mit einer Startleistung von 1300 PS. Diese Variante wurde als P-40F
Warhawk bezeichnet (die Briten nannten sie Kittyhawk Mk II). Insgesamt wurden von der P-40F knapp ueber 1300 Stueck gebaut, wovon allerdings nur knapp 150 an die RAF geliefert wurden.
Von dieser Variante gibt es zur Zeit kein einziges flugfaehiges Exemplar.
Dies wird sich aber in Kuerze aendern. Die zweite ueberlebende Curtiss P-40F aus dem Suedpazifik befindet sich zur Zeit im Endstadium ihrer
Restauration und gehoert der Old Aeroplane Company in Tyabb/Australien (nicht zu verwechseln mit der Old Flying Machine Company aus Duxford!).
Die Besitzerin der Firma, Judy E. Pay , eine seit Jahren in Warbirdkreisen bekannte Eignerin und Pilotin, hat die Reste der P-40 vor 12 Jahren aufgekauft und seitdem liebevoll restaurieren lassen. Der Erstflug der
Warhawk steht kurz bevor, man wartet lediglich auf einen neuen Radiator. Bei der Restaurierung ging man sehr penibel vor. Selbst die originale
Funkanlage (allerdings nur zu Dekorationszwecken) sowie die Gurtkaesten fuer die MG`s wurden wieder eingebaut. Das Cockpit wurde ebenfalls so original wie moeglich restauriert,
lediglich ein paar kleine, notwendige Aenderungen (modernes Funkgeraet, etc.) wurden integriert. Das Prunkstueck ist aber mit Sicherheit der 12 Zylinder Merlin Reihenmotor. Judy Pay fliegt neben einer North
American SN-J3 (Marineversion der AT-6 Texan), einer NA T-28 Trojan auch noch eine wunderschoen restaurierte CAC-18 (Australischer Lizenzbau der P-51D Mustang). Voller Stolz und mit sichtlicher Vorfreude
berichtete sie uns ueber die Geschichte der P-40F.
Ein weiteres Restaurationsprojekt, welches zur Zeit in Tyabb Gestalt annimmt, ist ein Fieseler Storch, Baujahr
1943. Auf die Frage, was den danach auf dem Programm steht, meint Judy, dass eine AH-1 Huey Cobra fuer sie sehr reizvoll waere. Wenn daraus nichts wird, koennte sie sich auch vorstellen, eine P-47 Thunderbolt
flugfaehig zu restaurieren. Lassen wir uns ueberraschen, auf die P-40F koennen wir uns auf alle Faelle schon freuen, die sieht man in Kuerze am Himmel ueber Victoria!
Robert Kysela
PS: In der Zwischenzeit hatte die P-40F ihren “Jungfernflug den sie erfolgreich und ohne Stoerungen
absolvierte. Die ersten Airshows sind schon gebucht - wir werden bald ueber diese herrliche Maschine berichten!
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