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Die Durban Airshow 2009 fand am Wochenende zum 11. / 12. Juli auf dem
Virginia Flughafen statt. Dieser liegt an der Nordkueste der Stadt Durban (Durban ist die drittgroesste Metropole Suedafrikas), etwas 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die Strat- und Landebahn dieses Airports
befindet sich direkt am Meer und ist gerade mal 150 Meter vom Strand entfernt. Der Virginia Flugplatz ist fuer die Zuschauer etwas Besonderes, da sie nur 50 Meter von der Landebahn entfernt sitzen koennen. Johan
Juselius, Vorsitzender des Durban Wings Club, der die Veranstaltung organisierte, nennt es „die intimste Flugschau der Welt”. Die Durban
Airshow ist auch eine der aeltesten Airshows in Suedafrika und wurde 2009 zum 53ten Mal abgehalten! Einige der Vorfuehrungen dieser Veranstaltung werden lange in Erinnerung bleiben. Eine davon war eine
atemberaubende Formation, bestehen aus zwei South African Airways (SAA) BOEING 737, den SILVER FALCONS Display Team sowie zwei SAA North American AT-6 HARVARD. Diese Formation wurde von SAA
zusammengestellt, als Dank an Scully Levin, einer der besten Piloten der SAA und einer Legende der Suedafrikanischen Flugschow-Szene. Scully soll in wenigen Monaten in Ruhestand gehen und dies war somit
seine letzte grosse Flugshow in Verbindung mit SAA. Nach dem Vorbeiflug und einem Formation-Break ueber dem Flugplatz flogen die beiden BOEING 737 in einer, fuer diesen Typ extrem engen Formation, wobei beide
Maschinen gerade mal ein paar Meter Abstand zueinander hatten.
Ein weiterers Highlight war die Vorfuehrung einer AMD MIRAGE IIICZ (dabei
handelt es sich um die einzig weltweit flugfaehige MIRAGE IIIC), wobei auch die Schallmauer durchbrochen werden sollte. Es war das erste mal seit 45
Jahren, das dies bei einer Flugschau in Durban stattfand. Geflogen wurde die MIRAGE von Lt. Col. Glen Warden. Der ex-Kampfflieger flog an den Zuschauern vorbei und gewann dann an Hoehe ueber dem Meer, wo er auf
Mach 1.3 beschleunigte. Die Schallwelle erreichte allerdings den Flugplatz beim ersten Versuch nicht und das Flugzeug musste nochmal in eine andere
Richtung fliegen, bevor der doppelte Knall bei den wartenden Zuschauern ankam. Das Publikum konnte die Kommentare des Piloten die ganze Zeit via
Lautsprecher verfolgen. Zum Schluss flog die MIRAGE III noch zum Flugplatz, hatte jedoch nicht mehr genug Treibstoff fuer eine volle Routine. Deshalb wurde das Display am Nachmittag
wiederholt, sehr zur Freude der Zuschauer,. Als Abschluss der Show gab es dann auch noch einen spektakulaeren touch-n-go. Der Start und Landung der AMD MIRAGE IIIauf dem Virginia Airport waren wegen
der zu kurzen Startbahn nicht moeglich, deshalb musste sie auf dem Durban International Airport starten und landen.
Suedafrika’s beste Kunstflieger nahmen am Program teil und flogen viele
hervorragende Routinen. Scully Levin flog eine tolles Programm mit seinem Sohn Ellis auf ihren zwei North American AT-6 HARVARD in den Farben der SAA. Scully und Ellis gehoeren auch zu dem FLYING LIONS DISPLAY TEAM,
wo sie zusammen mit Arnie Meneghelli und Stew Lithgow vier HARVARD fliegen. Die gleichen vier Piloten stellen auch das GABRIEL WINGS TEAM dar, allerdings besteht dieses aus 4 PITTS SPECIAL. Das naechste Team, die
GOODYEAR WIZZARDS, fliegt ebenfalls mit dem kleinen Kunstflug-Doppeldecker der Marke PITTS SPECIAL. Bei den Piloten (3 Mann) handelt es sich allesamt aus ehemaligen Kampfpiloten der Suedafrikanischen
Luftwaffe. Neil Trollip, Dennis Spence und Glen Warden flogen viele beeindrueckende Manoever, einschliesslich Stall turns, Head-on passes und Knife-edge passes. Die NORTH
WEST EAGLES und das MAZDA ZOOM ZOOM TEAM, beide mit Extra 300er Flugzeugen ausgeruestet, stellten auch eindrucksvolle Vorstellungen dar. Besonders hervorragend war der Knife-edge pass von Larry Beamish,
der nur wenige Meter ueber dem Boden statt fand.
Neben der AMD MIRAGE IIICZ, waren noch zwei weitere Jets im Programm –
eine Aero L-39 ALBATROS (geflogen von Dave Mandell) sowie eine Atlas IMPALA Mk1 (geflogen von Mike Weingartz ). Eine weitere Vorfuehrung bestand aus 8 YAKOVLEV-Kunstflugmaschinen ( 6 Yak 52 und 2 Yak 18T ).
Natuerlich duerfen Hubschrauber auf einer Airshow nicht fehlen. Die Helikopter der Suedafrikanischen Polizei zeigten ihre Einsatzfaehigkeit durch eine simulierte Entfuehrungs und Rettungsuebung. Zwei Eurocopter
AS350 SQUIRREL nahmen an dieser Uebung statt. Die Polizei flog auch eine Formation mit den zwei AS350, einem Robinson R44 Helikopter sowie einer Pilatus PC-6 PORTER. Weitere Highlights im Flugprogramm waren zwei
Piaggio P-166 ALBATROSS, sowie weitere Solodisplays einer Slick 360, Warren Haslam’s neuer Sukhoi 29, einer PAC P-750 XSTOL und einem Bell 407 Helikopter von STARLITE AVIATION.
Die Teilnahme der SOUTH AFRICAN AIR FORCE (SAAF) war diesmal auf die
SILVER FALCONS, dem offiziellen Aerobaticteam der SAAF, begrenzt. Die SAAF hat wegen der Vorbereitungen auf den FIFA Confederations Cup sowie die Fussball-Weltmeisterschaft (2010) ihre Teilnahme auf Airshows
weitgehend unterbunden. Die Flugvorfuehrungen am Samstag endeten mit einer Twilightshow, welche von der SNAKE MICROLIGHT FORMATION mit vielen Lichteffekte in Szene gesetzt wurde. Auch die vier HARVARD nahmen
an den Abendvorfuehrungen teil. Das Program an Sonntag war inhaltlich aber dem Vortagsprogramm sehr aehnlich. Es gab jedoch ein paar Neuigkeiten. Also erstes war ein Mass Radial Display an der Reihe. Da 8
YAK`s und 8 AT-6 HARVARD vor Ort waren, wurde beschlossen, alle 16 Machinen zur gleichen Zeit zu fliegen. Die AMD MIRAGE IIICZ flog ihr Sonntagsdisplay gegen Mittag. Lt. Col.
Glen Warden flog danach die Maschine zur Air Force Base Hoedspruit und hatte deshalb noch genuegend Treibstoff fuer einen weiteren Touch-n-go. Der Sonntag der Durban Airshow ist traditionell der Tag, an dem
die „Reach For a Dream“ Verlosung stattfindet. Der Preis wurde wie immer von der Flugzeugversicherungsfirma Dennis Jankelow & Associates gestiftet. Das Siegerlos, welches von der
amtierenden Miss Suedafrika gezogen wurde, brachte dem Gewinner eine Piper Cherokee 235 sowie die Ausbildung zum Privatpiloten
Am Sonntag sah man auch ein Wettbewerb zwichen dem Pilatus PC-6
PORTER und einer PAC P-750 XSTOL. Es ging darum, in kuerzester Distanz das Flugzeug in die Luft zu bringen. Beide Flugzeuge schafften das in der unglaublich kurzen Strecke von etwas ueber 35 Meter! Die DURBAN
AIRSHOW 2009 endete mit einem Display der SILVER FALCONS. Zur Abwechslung, flogen sie ihre Schlechtwetter Routine, obwohl das Wetter eigentlich schoen war. Das Team, bestehend aus Maj. Scott Ternent, Capt.
Roy Sproul, Capt. Buti Tsebe, Capt. Gerhard Lourens und Maj. Nico Frylinck, bezauberte ihr Publikum in gewohnter Manier. Am Boden waren sie stets umringt von Fans und mussten unzaehlige Autogramme geben und sich mit
den Zuschauern unterhalten. Dieses Team, sowie all Beteiligten machten die DURBAN AIRSHOW 2009 zu einem grossen Erfolg.
Jens Frischmuth
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