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ChS0710ELITE091_mVom 17. Juni bis zum 1. Juli 2010 fand die multinationale Uebung ELITE 2010 statt. 1700 Soldaten aus 15 Nationen waren im Rahmen der groessten Uebung der deutschen Luftwaffe beteiligt. Schauplatz war der Truppenuebungsplatz Heuberg in Sueddeutschland. Das 48 km² grosse Areal wurde dabei von Kampfjets, Transportflugzeugen und Hubschraubern von den Militaerflughaefen in Landsberg, Laupheim, Lechfeld und Neuburg/Donau aus angeflogen. Elite steht fuer Electronic Warfare Live Training Exercise und entstand aus einer Uebung des  Jagdbombergeschwaders 31 im Jahre 1991 zur Vorbereitung auf das „Red Flag“ Manoever der US Air Force in Nevada. Die Uebung stiess auf immer groesseres Interesse, so dass sich mit den Jahren immer mehr Einheiten, sowohl von Luftwaffe als auch von Heer und Marine daran beteiligten. Seit 1995 nehmen auch Verbaende von befreundeten Staaten an ELITE teil. Bei der diesjaehrigen Auflage haben neben den 15 Nationen, die aktiv mit Waffensystemen beteiligt waren (Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Oesterreich, Polen, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien und die Tuerkei ), weitere acht Staaten Beobachter entsandt (Australien, Daenemark, Estland, Israel, Pakistan, Schweden, Singapur und Suedafrika).

ChS0710ELITE001_mELITE ist mittlerweile zu einer zweiwoechigen, komplexen Uebung gewachsen und dient zur Weiterbildung der fliegenden Besatzungen und der Flugabwehreinheiten mit dem Schwerpunkt „Elektronischer Kampffuehrung“. Die teilnehmenden Soldaten koennen dabei in realistischen Uebungsszenarien ihr erlerntes Wissen anwenden, weiterentwickeln und zu einem spaeteren Zeitpunkt analysieren, da saemtliche Uebungsablaeufe auch elektronisch aufgezeichnet werden. Der Uebungsschwerpunkt liegt bei elektronischen Aufklaerungs-, Stoerungs- und Taeuschaktivitaeten. Mit elektronischen Stoersystemen (auch  „Jammer“ genannt) wird dabei versucht, die Sprach- oder Datenuebertragung  des Gegners zu stoeren oder zu taeuschen. Das betrifft neben den Frequenzbereichen fuer Sprach- oder Datenuebertragung auch das von Radaranlagen benutzte Spektrum. Zum Einsatz kommen dabei sowohl bodengestuetzte Systeme, die auf LKWs oder Panzer montiert sein koennen, als auch Luftfahrzeuge, wie etwa die mit Jammern ausgeruestete Dassault Falcon DA 20 ECM der norwegischen Luftwaffe oder Kampfflugzeuge, welche neben passiven Stoermassnahmen auch die feindliche Luftabwehreinheiten mit Anti-Radar-Lenkwaffen angreifen koennen.

ChS0710ELITE018_mWaehrend die Royal Air Force ihre Tornados mit der europaeischen ALARM (Air-Launched-Anti-Radiation-Missile) Lenkwaffe bestueckt, vertrauen die deutschen und spanischen Besatzungen auf den amerikanischen Typ AGM -88 HARM (High-Speed-Anti-Radiation-Missile). Die teilnehmenden Luftfahrtzeuge waren waehrend der Uebung auf mehrere Basen verteilt. Der Grossteil der fliegenden Teilnehmer war auf dem Gelaende des Jagdbombergeschwaders 32 in Lechfeld stationiert, das mit den 321. Tigers auch die gastgebende Staffel stellte. Die Staffel wurde 1958 gegruendet und flog zunaechst Republic F-84 „Thunderstreak“. Es folgten Lockheed F-104G „Starfighter“ bis 1984 der Panavia Tornado eingefuehrt wurde. 1991 erfolgte der Wechsel vom reinen Jagdbomber Tornado IDS auf die zur elektronischen Kampffuehrung ausgelegte Version Tornado ECR, die bis zum heutigen Zeitpunkt in Dienst steht. 

ChS0710ELITE073_mIn Lechfeld waren neben den Tornados der Luftwaffe weitere sechs Tornado GR.Mk4 der Royal Air Force von der No 9 Squadron aus Marham, fuenf modernisierte tuerkische McDonnell Douglas F-4E-2020 „Terminator“ der Korsan Staffel aus Malatya-Erhac, drei polnische Lockheed Martin F-16C/D Block52+ „Jastrzab“ aus Åask (Polen verfuegt ueber die modernste, in Europa fliegende Version der Fighting Falcon), drei spanische Boeing EF-18 „Hornet“ von der Tigerstaffel Ala.15 aus Zaragoza sowie zwei Dassault Falcon DA 20 aus Rygge/Norwegen stationiert. Von Neuberg aus flogen Eurofighter Typhoon und McDonnell Douglas F-4F Phantom der Luftwaffe sowie schweizerische Boeing FA-18 C „Hornet“. Die Transportflieger wurden in Landsberg zusammengefasst. Neben den dort beheimateten C-160D „Transall“ des LTG-61 befanden sich noch franzoesische Transalls, sowie CASA C-295 aus Polen und Spanien. Bei den teilnehmenden Hubschraubern gab es deutsche Sikorsky CH-53GS, Eurocopter PAH „Tiger“, Eurocopter NH-90 und Sikorsky Sea King Mk.41, sowie belgische Agusta A-109, schweizerische AS-532UL „Cougar“ und slowenische AS-532AL „Super Puma“ zu sehen.

ChS0710ELITE089_mUeberwacht wurden die Flugbewegungen von einer franzoesischen Boeing E-3F AWACS, die ihre Einsaetze direkt von der Heimatbasis Avord durchfuehrte. In elf Tagen Flugbetrieb wurden insgesamt rund 700 Fluege absolviert. Um die Laermbelaestigung fuer die Bevoelkerung gering zu halten, wurde der Flugbetrieb auf die Zeiten von 9:30 bis 12 Uhr und 14 bis 16:45 Uhr beschraenkt; am Wochenende fanden keinerlei Fluege statt. Auf dem Truppenuebungsplatz Heuberg waren Luftabwehrsysteme von insgesamt elf Nationen installiert. Darunter waren nicht nur westliche Systeme, wie beispielsweise Mistral, Stinger, Rapier, Roland und Patriot sondern auch Systeme russischer Bauart, wie etwa eine SA-6 Batterie der ungarischen Streitkraefte. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Luftabwehreinrichtungen, insbesondere die Einbindung russischer Systeme, macht ELITE so einzigartig und zugleich realitaetsnah fuer die fliegenden Verbaende, da sie genau gegen die Systeme ueben, auf die sie spaeter einmal, in einem realen Konfliktszenario, treffen koennten.

Das naechste ELITE Manoever findet erst im Jahr 2012 statt. Checksix moechte sich bis dahin recht herzlich fuer den perfekt organisierten Fototag beim Jagdbombergeschwader 32 in Lechfeld bedanken.

Christian Spreitzer / CHK 6 Austria

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Release 4.1/2011