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Thunder City, im Suedafrikanischen Kapstadt ist vielen bekannt als die
Heimat der letzten flugfaehigen English Electric Lightning sowie der Blackburn Buccaneer. Dass diese Einrichtung auch eine zertifizierte Aircraft
Maintenance Organisation (AMO) darstellt, ist weit weniger gelaeufig. Aufgrund der langjaehrigen Erfahrung mit der Wartung und Instandhaltung
diverser Helikopter- und Flugzeugmodelle ist man jetzt noch einen Schritt weitergegangen und entwickelte gemeinsam mit der Firma Cobham South
Africa ein volldigitalisiertes Glasscockpit fuer den Aerospatiale SA 330 PUMA Helikopter und dessen Derivate. Die erste, als Technologie Demonstrator
definierte Maschine dieses Typs, wurde im September dieses Jahres auf der Ysterplaat AFB in Kapstadt anlaesslich der African Aerospace & Defense
(AAD 2008) vorgestellt. Die Firma Chelton, ein Tochterunternehmen von Cobham SA, liefert die 3D-Synthetik
Displays, bestehend aus dem Primary Flight Display (PFD), Attitude and Direction Heading Reference System (ADHRS), einem Air Data Computer (ADC) sowie einem mogernen Wide Area Augmentation System (GPS
WAAS). Folgende Avionikfunktionen sind damit realisierbar:
Echtzeitfaehige, vorwaerts-gerichtete Gelaendeanzeige mittels Terrain Awareness System (TAWS)
‘Highway in the sky’ Routenplanung (HITS)
Intuitives Flugberatungssystem mit Audio-Alarm, welches den Piloten mit den notwendigen Fluginformationen versorgt.
Die Software ist Level A zertifiziert (RTCA DO-178 Standard)
Mit diesem System verfuegt der Pilot ueber einen verbesserten Ueberblick aller relevanten Flugdaten
Die LCD-Displays sind selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar. Mittels der Echtzeit
-Terrainanzeige koennte man theoretisch selbst bei Nullsicht und schlechtesten Wetterbedingungen sicher
fliegen. Selbst Stromleitungen werden problemlos erkannt. Trotzdem ist der Einsatz zusaetzlicher IFR-faehigen Tag/Nachtsichtgeraeten optional moeglich.
Durch diesen Umbau erhoeht sich die Sicherheit im alltaeglichen Flugbetrieb mit dem PUMA erheblich. Die
Arbeitsbelastung fuer den Piloten reduziert sich auf das notwendige Minimum und durch die Unterstuetzung
des fortschrittlichen integrierten Flugmanagement System ist auch die Flugplanung und deren Durchfuehrung
erheblich einfacher. Die Integration des Glascockpits ist lediglich der Anfang in der geplanten Reihe an Verbesserungsmassnahmen. Ein weiterer Schritt wird die Implementierung eines elektronischen
Triebwerksueberwachungssystems sowie eines elektronischen Autopiloten sein. Der in Ysterplaat
vorgeflogene Technologie Demonstrator verfuegt noch ueber eine Reihe konventioneller Instrumente, welche beim serienmaessig durchgefuehrten Upgrade komplett wegfallen. Fuer die Dauer der Umbaumassnahmen
werden zwischen 9 und 12 Monate veranschlagt.
Mit diesen Upgrade einer bewaehrten Helikopterplattform hat Thunder City/Cobham sehr gute Chancen, vor
allem auf dem zivilen Sektor, diese Marktluecke zu bedienen. Fuer rein militaerische Betreiber werden auch
von anderen Firmen Avionik-Upgrades angeboten (RUAG in der Schweiz sowie IAR in Rumaenien). An die
600+ Maschinen dieses Mittleren Transporthelikopters sind zur Zeit weltweit im Einsatz. Ob als Militaerischer
Transporthubschrauber, als SAR-Plattform oder als Verbindungshelikopter im Off-Shorebereich hat sich der
SA 330 weltweit bewaehrt und wird mit Sicherheit noch einige Jahrzehnte im aktiven Dienst verbleiben. Bereits jetzt denkt man bei Thunder City ueber die Moeglichkeit, das fuer den SA 330 PUMA entwickelte
Glasscockpit auch bei anderen Helikoptermodellen einzusetzen. Dies haengt aber letztendlich auch davon ab, wie der Markt auf diese interessante Alternative aus Sued Afrika reagiert.
Robert Kysela / CHK6
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