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Innerhalb der Liga militaerischer Kunstflugformationen nimmt das Team der
ROYAL AIR FORCE, die Red Arrows eine Sonderstellung ein. Nicht nur, weil sie zu den Besten dieses Genres gehoeren - und das seit nunmehr 36!
Jahren, sondern auch weil die Reds zu den Schwerstarbeitern in dieser Branche zaehlen. Seit dem Jahre 1965 haben sie annaehernd 4000 ! Displays geflogen - ein Rekord, den kein anderes Aerobaticteam
einzustellen vermag. Dass sie in ihrer Heimat zwar genauso beliebt aber nicht so euphorisch gefeiert werden wie etwa die italienischen Frecce Tricolori oder die amerikanischen Thunderbirds, liegt in erster Linie am
britischen Understatement und sicherlich nicht am mangelnden Verstaendnis seitens der Bevoelkerung. Grossbritannien hat schon aus
historischen Gruenden ein sehr enges Verhaeltnis zu seiner Luftwaffe und deshalb ist es kaum verwunderlich, dass in den Augen der Briten ein besonderes Leuchten erscheint, wenn der Stolz der ROYAL AIR FORCE, die
Red Arrows, am Himmel ihre Kreise ziehen.
Die Formation der Red Arrows besteht aus neun Maschinen ( RED 1 - RED
9 ) des Typs BAe Hawk T.Mk.1a, dem Standard-Fortgeschrittenentrainer der RAF. Diese kleine, aeusserst wendige und zuverlaessige Maschine loeste
die Folland Gnat ab, mit der die Red Arrows bis 1980 flogen. Eine zehnte HAWK ( RED 10 ) dient als Ersatzmaschine. Insgesamt umfasst das Team an die 100! Maenner und Frauen, die neben den Piloten fuer einen
reibungslosen Ablauf der Flugvorfuehrungen, Wartung der Maschinen, Logistik, Public Relations, usw. sorgen.Die Heimatbasis der REDs ist die RAF Base Scampton, jener Stuetzpunkt, auf dem die beruehmte No. 617 Sqn
“Dambuster” ihre Angriffe auf die Eder- und Moehnetalsperren im II. Weltkrieg geflogen hat.
Zu Ende der Saison verlegt das Team nach Zypern auf die RAF Base Akrotiri,
wo sie sich mit intensivem Training ( bis zu 3 Trainingsdisplays pro Tag ) auf die bevorstehende Saison vorbereitet. In dieser Zeit werden auch die neuen Teammitglieder eingewiesen. Nach Abschluss der Trainingsphase
erhaelt das Team vom Commander in Chief der RAF die offizielle Erlaubnis an oeffentlichen Flugvorfuehrungen teilzunehmen, allerdings nicht bevor er
sich selbst als Backseater von dem Koennen und der Professionalitaet des Teams ueberzeugt hat. Um Mitglied in diesem wohl elitaersten Club der Royal Air Force zu werden, muessen angehende Red Arrows Piloten schon
einiges vorweisen koennen. Neben einer makellosen fliegerischen Karriere auf einem der Fast - Jets der RAF ist eine Mindestflugstundenanzahl von 1500 h Grundvoraussetzung fuer die Qualifikation.
Zwischen 30 und 50 Bewerbungen werden jedes Jahr registriert, wovon
lediglich neun in die engere Auswahl kommen. Nach einem mehrtaegigen Training mit den Reds auf Zypern, wobei jeder Bewerber in saemtlichen Postionen des Teams fliegt, und intensiven Gespraechen mit dem
Teamleader, entscheiden die aktiven Mitglieder der Red Arrows selbst, welcher Bewerber fuer die kommende Saison ins Team aufgenommen wird. Maximal drei Jahre kann ein Pilot im Team verweilen, danach kehrt er
wieder zu seiner Stammeinheit zurueck. Eine Ausnahme bildet lediglich der Teamleader. Er kann maximal sechs Jahre dem Team angehoeren - drei als
“normales” Mitglied und weitere drei Jahre als dessen Leader. Der derzeitige Commander der Red Arrows ist Squadron Leader Andy Offer.
Das aktuelle Display beinhaltet eine ganze Reihe fantastischer
Formationsfiguren, Formationswechsel, Solodisplays und viele bestechende Flugmanoever. Insgesamt stehen drei verschiedene Displays zur Auswahl, welche abhaengig von der Wetterlage und dem freigegebenen Luftraum
gewaehlt werden. Bei optimalem Wetter wird das Full Display geflogen, welches saemtliche vertikalen Manoever beinhaltet ( z.B.: Heart to Double Rolls ), bei einer Wolkenuntergrenze von nur 5500 Fuss wird ein leicht
eingeschraenktes Programm ( das sogenannte Rolling Display) vorgefuehrt und bei einer Wolkenuntergrenze von nur 2500 Fuss fliegen die REDs ihr Flat Programm. Bei der British Aerospace Hawk T.Mk.1a handelt es sich um
den Standard - Fortgeschrittenentrainer der RAF. Dank ihrer Vielseitigkeit erwies sich die Hawk auch als Exportschlager. Immerhin steht diese Maschine zur Zeit in nicht weniger als 17
Laendern weltweit im operativen Einsatz. Neben ihrer Rolle als Trainer wird sie auch als leichter Erdkaempfer (Version 100) und sogar als einsitziges Mehrzweckkampfflugzeug (Version 200) angeboten. Der groesste
Kunde ist die US Navy, wo eine stark modifizierte und von Grumman in Lizenz gebaute Hawk zur Flugzeugtraegerschulung verwendet wird. Der Name dieser Variante: T-45 Goshawk.
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