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Auch auf dem Sektor der Fast Jet`s hatte das Air Tattoo wieder einmal viel
zu bieten. Einige richtige “Rosinen”, wie z.B. die rumaenischen MiG-21 Lancer C oder die griechischen Ling-Temco-Vought A-7 Corsair II waren
zwar nur am Boden zu sehen, doch tat dies der ganzen Sache keinen Abbruch. Die Flugvorfuehrungen waren gepackt mit Heavymetal - auch
wenn die ersehnten MiG`s und Suchoi`s erwartungsmaess fehlten. Zwar gab es kein richtiges Debut (wenn man vom ersten “richtigen” Typhoon
-Display absieht ), dafuer aber einige Fairwells! So werden in der kommenden Saison wieder einmal zwei Typen vom Himmel ueber Grossbritannien verschunden sein - die Rede ist vom Sea Harrier sowie vom
SEPECAT Jaguar der Royal Navy bzw. der Royal Air Force. Die Luft wird immer duenner, im wahrsten Sinne des Wortes. Gerade aus diesem Grund war es umso faszinierender, das
es dem Veranstalter gelungen war, eine ganze Reihe Exoten zumindest fuer das Static Display zu gewinnen.
Gleich vier! MiG-21 Lancer C von der Baza 86 Aerienne aus Borcea-Fetesti /
Rumaenien waren zu Gast in Fairford. Bei der Lancer C handelt es sich um eine kampfwertgesteigerte Version der Mikoyan Gurevich MiG-21 MF (NATO
-Code: Fishbed), welche von der israelischen Firma Elbit in Zusammenarbeit mit dem rumaenischen Konsortium Aerostar durchgefuehrt wurde. Dabei
wurde in erster Linie die Avionik auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Lancer C ist ein reiner Abfangjaeger und kann Waffensysteme
sowohl russicher als auch westlicher Herkunft mit sich fuehren. Neben der Lancer C gibt es auch noch die (zahlenmaessig staerkste) A Variante,
welche in der Erdkampfrolle eingesetzt wird. Die kampfwertgesteigerte Version dieses Standardjagdflugzeuges der ehemaligen Warschauer Pakt
Staaten kann nicht darueber hinwegtaeuschen, dass sich seine Zeit dem Ende zuneigt. Rumaenien als eines
der juengsten NATO-Mitglieder sucht deshalb schon intensiv fuer einen Ersatz, allerdings ist mit einer Entscheidung ueber den Nachfolger nicht vor 2007 zu rechnen.
Zwar schon haeufig auf Airshows zu sehen, aber meistens nur am Boden
present sind die Boeing F/A-18 C Hornets, welche nunmehr seit genau 10 Jahren im Dienste der finnischen Luftwaffe (Suomen Ilmavoimat) stehen.
Insgeamt wurden 64 Maschinen dieses Musters (57 einsitzige F/A-18 C sowie 7 doppelsitzige F/A-18 D) von in den Jahren 1995 bis 2000 beschafft.
Die Hornet ersetzte den Saab J-35 Draken sowie die MiG-21 in den finnischen Luftstreitkraeften und stellten einen Quantensprung in der Verteidigungskapazitaet dieses kleinen skandinavischen Landes dar.
Saemtliche C-Modelle wurden von der finnischen Firma Valmet Aviation Industries in Lizenz gefertigt, die doppelsitzigen D-Modelle wurden im
Stammwerk des Herstellers McDonnell Douglas (gehoert jetzt zu Boeing) in St. Louis gefertigt. Das Display in Fairford wurde von einer Maschine der HävLLv 31 von der Kuopio-Rissala Airbase geflogen.
Wie schon erwaehnt, konnte man beim diesjaehrigen Air Tattoo zum wahrscheinlich letzten Mal (zumindest fuer nicht-britische Zuschauer) einen
Royal Navy Sea Harrier im Flug bewundern. Die aktuelle Version des Sea Harriers (FA.2) wurde aus dem Vorgaengermodell FRS.1 entwickelt, welches
erfolgreich im Falklandkonflikt eingesetzt wurde. Hervorstechendes Merkmal ist das Ferranti “Blue Vixen” Puls-Dopplerradar, welches dem Sea Harrier
sein unverkennbares Aeusseres verleiht. Exakt 56 Stueck wurden gebaut, wobei allerdings in den letzten Jahren lediglich 18 davon im operativen
Einsatz bei der No. 801 Sqn auf der RNAS Yeovilton waren. Die offizielle Ausserdienststellung des Sea Harriers soll unbestaetigten Meldungen zu
folge im April 2006 erfolgen. Als Uebergangsloesung bis zur Einfuehrung des Joint Strike Fighters im Jahre 2012 (voraussichtlich) soll der Aufgabenbereich des Sea Harriers von der
Joint Harrier Force uebernommen werden. Dazu werden die aktuellen Modelle Gr.Mk 7 auf den Gr.Mk 9 Standard kampfwertgesteigert. Ob diese (politische) Entscheidung besonders weitsichtig ist, bleibt
zweifelhaft, beraubt man damit die Royal Navy ihres einzigen effektiven Jagdflugzeuges. Sollte sich etwas aehnliches wie der Falklandkonflikt jemals wiederholen, dann Prost Mahlzeit!
Ein Fixstern am Airshowhimmel der letzten Jahre ist das RNLAF Solo Display.
Kein anderes Land (mit Ausnahme der USA vielleicht) ist so stolz auf seine Lockheed Martin F-16 wie die Hollaender und zeigt dies auch immer wieder
mit einer beeindruckenden Vorfuehrung. Die Maschine traegt zu diesem Zweck auch eine atemberaubende Sonderlackierung, welche fuer die
Saison 2005 neu ueberarbeitet wurde. Der diesjaehrige Displaypilot ist Captain Gert-Jan “Goofy” Vooren von der No. 311 Sqn auf der Volkel
Airbase. Bei den niederlaendischen F-16 handelt es sich um eine kampfwertgesteigerte A-Version, welche den Zusatz MLU (fuer Midlife
-Upgrade) traegt. Ein Teil der Vorfuehrung ist der Abschuss von Flares, also Leuchtraketen, die dazu dienen, feindliche Lenkwaffen abzulenken. Leider
ist in Grossbritannien das Abschiessen von Flares aus Jets bei einer Flugshow nicht mehr erlaubt, deshalb
mussten die Zuschauer auf dieses Spektakel verzichten. Unverstaendlicherweise duerfen Flares aber von
Helikoptern weiter verwendet werden??? Nichtsdestotrotz war das Display der Niederlaender wieder einmal grandios. Aus diesem Grund erhaelt das RNLAF Solodisplay auch den Titel: BEST FASTJET SOLODISPLAY 2005
Genau wie das RNLAF Solodisplay gehoert die Vorfuehrung mindestens
eines Tornados zu einer jeden (west-) europaeischen Airshow. Befindet man sich auch noch in Grossbritannien kommt man in den Genuss gleich
beide Versionen der RAF im Flug vorgefuehrt zu bekommen. Ein Tornado F.Mk3 der No. 56 (R) Sqn sowie ein Gr.Mk 4a der No. 15 (R) Sqn aus
Lossiemouth stellten in diesem Jahr die Soloteams. Bei beiden Squadrons handelt es sich um Reserveeinheiten, daher auch das “R” in der
Bezeichnung. Der Tornado Gr.Mk 4 ist die neueste Version dieses Multirole Combat Aircraft (MRCA, die urspruengliche Bezeichnung fuer den Tornado ).
Ganze 142 Maschinen wurden von 1999 bis 2003 auf den Gr.Mk4 Stand upgegraded. Ausgeruestetet mit der allerneuesten state-of-the-art Technologie ist die Version Gr.Mk 4 die modernste seiner Art.
Das Highlight im Flying Display des diesjaehrigen Air Tattoo war fuer viele
Zuschauer die erste “richtige“ Vorfuehrung des neuesten Produktes der europaeischen Luft- und Raumfahrtindustrie, des Eurofighter EF-2000
Typhoon T.1 der Royal Air Force. Der Eurofighter ist zwar schon unzaehlige Male im Flug vorgefuehrt worden, doch wurden die Displays bis dato stets
von den Testpiloten mit einem der jeweiligen Prototypen geflogen. Bei der diesmal vorgefuehrten Maschine handelte es sich um ein Serienflugzeug der
No. 29 (R) Sqn von dem BAe System Flugfeld in Warton. Die No. 29 (R) Sqn war die zweite Einheit welche den Typhoon erhielt und dient als Trainingseinheit fuer die operative Einfuehrung dieses neuen
Waffensystems. Beim Training am Freitag vor der offiziellen Show waere es fast zu einer Katastrophe gekommen, als der Pilot Sqn Ldr Matt Elliott es in allerletzter Sekunde schaffte,
seine Maschine aus einem Sinkflug abzufangen - zwischen dem Boden und der Maschine waren gerade mal
noch geschaetzte 3 bis 5 Meter! Der Grund fuer diesen Beinahe-crash war eindeutig ein Fehler des Piloten,
welcher fast zur Folge hatte, dass das Display gestrichen wurde. Letztendlich wurde ein geaendertes Display geflogen, sodass die Zuschauer nicht auf diesen Genuss verzichten mussten.
Robert Kysela / managing editor
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