|
Eine der grossen Ueberaschungen des diesjaehrigen Air Tattoo waren
Helikopterdisplays, beginnend mit der allseits bekannten aber nichts desto trotz grandiosen Vorfuehrung der Blue Eagles der Britsh Army bis hin zum
exzellenten Display einer Agusta Mangusta, welche zum ersten Mal in Fairford im Flug vorgefuehrt wurde. Die Hubschrauber stahlen diesmal auch allen anderen Teilnehmern die Show und erhielten dafuer
(verdientermassen) gleich drei der begehrten Awards. Die unvergesslichen Displays eines niederlaendischen AH-64 Apache sowie von RAF Boeing
Vertol Chinook sowie Westland Merlin Helikopter raubten dem Zuschauer den Atem. Haben Helikopter bei anderen Airshows eher ein Schattendasein,
waren sie beim Royal Int. Air Tattoo 2005 DAS Highlight schlechthin.
Das erste (seltene) Highlight war ein Formationsflug der Blue Eagles mit dem Army Air Corps Historic Aircraft Flight. Das Historic Flight (Helikopter)
besteht aus einer Aerospatiale Alouette II (XR379), einem Westland Scout AH Mk 1 (XT626), sowie einer Bell Sioux (XT131) und hat seine Heimatbasis
in Middle Wallop. Ausserdem gehoeren auch noch drei betagte Propellermaschinen (Auster AOP Mk9 [XR244], eine de Havilland Beaver AL
Mk 1 [XP820], sowie eine de Havilland Chipmunk T Mk10 [WD325]) dazu. Zusammen zeigten sie neben der Formation mit den Blue Eagles auch noch
eine Solovorfuehrung. Die Blue Eagles flogen wieder einmal ihre schon legendaere Vorfuehrung mit einem Westland Lynx als Solomaschine und 4
Aerospatiale Gazelle im Verband. Der Lynx vollfuehrte einige Loopings waehrend des Displays - ein Manoeuver, was nur von vielen Heli´s nachgeflogen werden kann. Das Army Air
Corps Historic Flight ist normalerweise niemals weiter als 100 Meilen von Middle Wallop entfernt zu sehen,
allein um Flugstunden zu sparen und die selten Maschinen so lange wie moeglich flugfaehig zu halten. Aus
diesem Grund sind sie auch sehr selten auf Internationalen Airshows zu sehen. Lediglich zu speziellen Anlaessen werden diese selbstauferlegten Regeln gebrochen - sehr zur Freude derer, die diese
faszinierende Team dann zu Gesicht bekommen.
Eine ganz besondere Vorfuehrung zeigte eine niederlaendische Boeing AH
-64D Apache, geflogen von Major Wandent Brawdsen von der No. 301 Sqn Royal Netherlands Air Force. Voellig zu recht gewann er damit gleich zwei
der begehrten Trophaeen, welche beim Air Tattoo alljaehrlich verliehen werden, einmal “As The Crow Flies Trophy”, welche von den Friends of RIAT
vergeben wird und die beste Flugvorfuehrung praemiert sowie die “Sir Douglas Bader Trophy” fuer die beste Einzelvorfuehrung. Wie der Lynx flog
auch der Apache mehrere Loopings, wobei jeweils am oberen Todpunkt des Loops sogenannte Flares (Leuchtraketen deren Aufgabe es ist, den
Hitzesuchkopf feindlicher Raketen in die Irre zu fuehren) abgeschossen wurden, was dem Display einen dramatischen Hoehepunkt verschaffte und
den Fotografen herrliche Fotomoeglichkeiten bot. Dies war wahrscheinlich das erste Mal, dass die Zuschauer einer Airshow eine Ahnung davon bekamen, was tatsaechlich in einem AH-64 D steckt.
Auch wenn die Agusta A129 International Mangusta keinerlei Loopings zeigte, war ihre Vorfuehrung doch mehr als beeindruckend. Bekam man
doch einen kleinen Eindruck ob der Faehigkeiten dieser extrem wendigen Maschine. Fuer das Display wurde eine Anzahl an verschiedenen
Waffenzuladungen montiert (7 x 81mm ungelenkte Raketen, 4 x Mistral Luft-Luftlenkwaffen, 19 x 2,75 inch ungelenkte Raketen sowie einen Zusatztank
unbekannter Kapazitaet ). Obwohl der A129 kleiner und leichter ist als sein Kontrahent, der Boeing AH-64, ist sein Erscheinungsbild nicht minder
bedrohlich. Der Mangusta (dt.: Mungo) wurde ausschliesslich fuer die Panzerabwehrrolle konzipiert und hatte seinen Erstflug im September 1983.
In der Zwischenzeit wurde aus ihm flexibler Mehrzweckkampfhubschrauber. Die Exportversion (International Version) verfuegt ueber eine 20mm dreilaeufige Gatling Kanone, welche in
einem Drehturm in der Rumpfnase montiert ist.
Das Royal Navy Helicopter Display Team, The Black Cats, wird kommandiert
von Lt Steve Gamble RN. Gegruended wurde dieses Helikopterteam im Jahre in 2001 von der No. 702 Naval Air Squadron. Saemtliche Piloten
dieses Teams sind Fluglehrer auf dem Westland Lynx Helikopter und haben ihre Heimatbasis auf der RNAS Yeovilton. Dort sind auch (noch) die einzig
verbliebenen BAe Sea Harrier FA.2 sowie das Royal Navy Historic Flight beheimatet. Die Black Cats sind bestaendige Favoriten bei den Air Tattoo`s
seit nunmehr ueber 4 Jahren. In der Zwischenzeit gehoeren sie zu jeder guten Airshow in Grossbritannien und hatten dieses Jahr sogar ihr Debut
auf der Paris Airshow in Le Bourget. Die Synchronmanoever geben einen schoenen Blick auf alle Seiten der Maschine wobei die anderen Flugfiguren
eindrucksvoll das fliegerische Koennen der Piloten demonstrieren.
Die diesjaehrige Vorfuehrung der RAF Chinook, geflogen von Flt Lt Carl Zarecky von der No. 15 Sqn mit Heimatbasis RAF Odiham war im wahrsten
Sinne des Wortes einzigartig und verdientermassen der Gewinner der Steedman Display Sword Trophy. Es gibt Momente, wo man tief beeindruckt
von einzelnen Flugfiguren, wie z.B. dem Kobra-Manoever, einen Tailslide, den ersten Looping eines Helikopters oder einer KheSan-Landung ist. Die
Vorfuehrung des Chinook war voll solcher Eindruecke und der Pilot flog die riesige Maschine als waere sie ein kleines Kunstflugzeug. Immerhin ist der
Chinook 15,54 m lang, wiegt leer mehr als 10 t (exakt: 10151kg) und hat ein aerodynamische Profil eines Ziegelsteins. Trotzdem verfuegt diese Maschine ueber Faehigkeiten, welche man nicht mal kleineren
Kampfhubschraubern zutrauen wuerde. Das Display war speziell fuer Fotografen ein Highlight, hatte man
doch die Moeglichkeit, diese schwere Maschine in fast allen Lagen abzulichten. Deshalb verleihen wir dem RAF Chinook Display den Titel: BEST OVERALL HELICOPTERDISPLAY 2005
Die allerneueste Errungenschaft der RAF, der Agusta Westland HC.3 Merlin, hatte auch sein Debut (im Flying Display) beim diesjaehrigen RIAT. Dieser
grosse Mehrzweckhelikoter, mit Heimatbasis auf der RAF Benson beeindruckte nicht nur durch seine ueberragende Manoevrierfaehigkeit sondern auch durch seine enorme Geschwindigkeit. Besonders auffallend
war auch die geringe Laermentwicklung - immerhin wird diese Masdchine von drei Wellenturbinen angetrieben (Rolls Royce/Turbomeca RTM322-01/8
). Genau wie der Chinook offerierte der Merlin allen Fotografen seine besten Seiten, inklusive seine Oberseiten, waehrend er in einem extremen
Sturzflug ueberging. Waehrend des Displays landete die Maschine auf der Runway und ein Allrad-Buggy fuhr aus seinem Rumpf und kreuzte das gerade angefangene Display einer C-130 J Hercules der RAF.
Der Aerospatiale (in der Zwischenzeit Eurocopter) Puma HC 1 flog zwar kein
regulaeres Display beim diesjaehrigen Air Tattoo, war aber staendig ueber der Basis zu sehen. Im Einsatz bei der No. 33 Sqn und der No. 230 Sqn von
der RAF Odiham und der RAF Aldergrove ist der Puma ist der Puma nach wie vor das Arbeitspferd innerhalb der Royal Air Force RAF. Sicherheit ist
oberstes Gebot auf Flugveranstaltungen - heute mehr als je zuvor, deshalb patrouillierte der Puma Helikopter und seine Crew staendig in und um dem
Flugfeld. Dabei wurde so ziemlich alles fotografiert und gefilmt, was Grund zur Beunruhigung geben koennte. Ein Besatzungsmitglied sass aus diesem
Grund staendig in der offenen Ladeluke schussbereit mit einer Kamera und ueber Funk mit den Sicherheitskraeften und dem Tower verbunden. Auch
wenn es bis dato keinerlei Sicherheitsprobleme auf Airshows in Grossbritannien gegeben hat, ist gerade das Thema Sicherheit auf Grossveranstaltungen, wie dem Air Tattoo, an vorderster Stelle gerueckt.
Will Moore / CHK6 UK
|