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In den letzten Jahren hat sich eine Tendenz entwickelt, der stetig
ansteigenden Zahl von Enthusiasten und Flugzeugbegeisterten bei nichtoffiziellen Anlaessen (wie dem Tiger Meet) mit einem “Spotters day” die
Moeglichkeit zu geben, Fotos und Filmaufnahmen der teilnehmenden Maschinen zu machen. Den fast 600 erschienenen Fans wurde dann auch
bei herrlichstem Wetter ein grandioser Tag offeriert, der wirklich keinerlei Wuensche offenliess. “Spotter” ist mittlerweile der Ueberbegriff fuer so gut
wie alle Flugzeugenthusiasten. Ein “Spotter” ist eigentlich ein Detektiv und “Spotting” wird langlaeufig als die detektivische Art der Beobachtung
bezeichnet, was der Taetigkeit des “Plane Spotters” eigentlich schon sehr nahe kommt. Ihren Namen erhielten die Spotter dadurch, dass sie oft
stundenlang auf (oder besser ausserhalb) von Flugplaetzen und Flughaefen verbrachten, um ein Foto einer
besonderen Maschine zu erhaschen oder diese auch einfach nur zu sehen. Dabei werden oft keine Zeit und kein Geld (fuer Reisen, etc.) gescheut, um diesem Hobby gerecht zu werden.
Das Interesse an der Luftfahrt ist aber auch schon das Einzige, was diese
Enthusiasten miteinander verbindet. Ist der eine noch an einem tollen actiongeladenen Foto “seiner” Maschine interessiert, schreibt der andere
seelenruhig die Seriennummer in sein “Logbuch”, ohne eine Kamera ueberhaupt zu besitzen. Natuerlich stehen auch nicht alle an der
Einflugschneise eines Flugplatzes tagelang herum, sondern nehmen einfach jede Gelegenheit wahr, um ihr Objekt der Begierde (in den meisten Faellen
ein Flugzeug!) zu Gesicht und vor die Kamera zu bekommen. Fuer manche ist die Bezeichnung Spotter sogar eine Beleidigung - man will sich dabei
nicht in ein Schema pressen lassen. Warum? Wie in allen Bereichen gab (und gibt) es auch unter den Spottern Schwarze Schafe. Einige wenige
haben durch ihr Auftreten und durch fast schon kriminelle Machenschaften (Flugkarten aus Cockpits geklaut,
sich unerlaubterweise auf militaerischen Gelaende aufgehalten, etc.) das Hobby von vielen in Misskredit
gebracht. Auf manchen Flugplaetzen werden Spotter als Spinner manchmal auch regelrecht als Bedrohung angesehen. Gerechterweise muss man aber sagen, dass die meisten Leute nur eines im Sinne haben: ein
paar schoene Flugzeuge zu sehen/fotografieren, diese (Fotos) zu sammeln und gegebenenfalls mit Gleichgesinnten zu teilen bzw. auszutauschen.
Die groesste Spotter Community gibt es zurzeit in den Niederlanden.
Nirgendwo sonst ist das Thema Luftfahrt so populaer wie dort. Unzaehlige Spotter-Clubs und Vereine wuchsen in den vergangenen Jahren wie Pilze
aus dem Boden - alles ist organisiert, sogar eigene Magazine werden aufgelegt. Auch in Grossbritannien gibt es eine grosse Anzahl an Spottern -
allerdings weniger organisiert. Das Internet ermoeglichte den Spottern einen gehoerigen Schub. Immer besser vernetzt und staendig aktuell informiert wachsen diese Interessensgruppen immer enger zusammen.
Fotos und Informationen werden ueberregional ausgetauscht, gemeinsame Reisen werden veranstaltet und Meetings werden organisiert. Die Anzahl
der Fangemeinden nimmt staendig zu - klar, kaum einer der Fans nimmt irgendeine Stellung innerhalb der Luftfahrtindustrie ein, die wenigsten haben einen Pilotenschein und
definitiv keiner ist fuer die Beschaffung neuer Flugzeugmuster zustaendig, aber diese Leute stellen ein
wichtiges Bindeglied zwischen der Luftfahrt/Luftfahrtindustrie/Luftwaffen und der breiten Oeffentlichkeit dar.
Es ist nicht gerade einfach, eine grosse Anzahl von Flugzeugfans unter
einen Hut zu bringen und damit auch zufrieden zu stellen. Der eine moechte eine stehende Maschine exakt von der Seite, der naechste von oben, der
dritte von hinten und so weiter und so fort. Einem anderen ist dies alles zu langweilig - er moechte mehr Action und das am besten mit vollem
Nachbrenner. Dass aber gerade dieser Drahtseilakt in Schleswig / Jagel 100-prozentig gelungen ist, liegt wohl auch daran, dass der verantwortliche
Projektunteroffizier fuer den Spotters Day Hauptfeldwebel Joerg Minkenberg selber Fotograf ist und der Staffelchef der ausrichtenden Luftbildstaffel Major Gunnar Christiansen, in seiner Taetigkeit in der
Luftbildauswertung eine erklaegliche Anzahl an professionellen Fotografen befehligt und dadurch eine exakte Vorstellung davon hat, wie und wo man solch eine Gruppe platziert, um
ihren Anforderungen gerecht zu werden (Licht von hinten, Startbahnmitte fuer die take-offs, taxiway davor
um alle Flugzeuge langsam vorbeirollen zu lassen, etc.). So gut wie alle Teilnehmer rollten nach ihrem Einsatz
direkt an den Spottern vorbei, drehten sich noch mal im Kreis, stoppten kurz und hinterliessen ausschliesslich
glueckliche Gesichter. Mehr geht nun wirklich nicht mehr. Dass das Wetter auch noch so fantastisch mitspielte
, lag zwar nicht in der Hand der Immelmaenner, aber zumindest im Interesse aller, deshalb gab es zum Abschied auch nur zufriedene Gesichter.
Wir glauben, im Sinne aller Beteiligter sprechen zu koennen, deshalb moechten wir uns hier an dieser Stelle
bei Hrn. Major Christiansen und seinen Kameraden fuer diesen grandiosen Tag bedanken und koennen nur hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht. Wie jeder Star hat auch das Flugzeug und sein(e) Pilot(in)
seine/ihre Groupies. Wenn diese immer so bedient werden wie beim AG 51, werden sicher noch eine Menge mehr an Fanklubs aus dem Boden schiessen!
Robert Kysela, managing editor CHK6
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