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RoH05TLP001_RF4E02GESCHICHTE: Das Allied Air Forces Central Europe (AAFCE) Tactical Leadership Programme (TLP) wurde aus der Forderung der Central Region Air Forces geschaffen, nicht nur die Faehigkeiten ihrer Luftwaffen zu verbessern, sondern auch um Taktiken, Techniken und Ablaeufe zu entwickeln, welche Multi-nationale Taktische Luftoperationen erweitern sollten. Mit diesem Ziel wurde im Januar 1978 von den Signatarstaaten Belgien, Kanada, Deutschland, den Niederlanden, Grossbritannien und den USA auf der Luftwaffenbasis Fuerstenfeldbruck das AAFCE TLP gegruendet. Die ersten TLP’s dauerten in der Regel zwei Wochen, wobei Besatzungen ueber zukuenftige Taktiken, Techniken und Prozeduren diskutierten, bzw. solche ausarbeiteten.  Im September 1979 wurde das TLP nach Jever in Norddeutschland verlegt, wo auch eine Flugphase dazukam, welche den ganzen Kurs auf vier Wochen ausweitete. Das TLP verblieb in Jever bis zum Dezember 1988, wo bis dahin an die 2000 NATO-Besatzungen 71 Kurse absolvierten. Im Maerz 1989 verlegte das TLP auf die Belgische Basis Florennes, wo auch noch zwei weitere Sparten dazukamen: eine Akademische sowie Konzeptionelle & Doktrinelle Sparte. Ab diesem Punkt kam auch ein Franzoesischer Liaison Officer dazu und seitdem ist Frankreich bei den meisten Kursen auch mit dabei. Waehrend das TLP urspruenglich ein reines Central Region Organisation Programm darstellte, sind in der Zwischenzeit auch andere Nationen mit integriert. Daenemark und Italien unterzeichneten offiziell ein Memorandum of Understanding (MOU) mit den Signatarmaechten im January 1996, und auch Spanien schloss sich 2002 dem Programm an. Zwar zog sich Kanada 1997 von dem TLP zurueck, nachdem seine Einheiten aus Deutschland abgezogen sind, ein Liaison Officer nimmt aber nach wie vor an den Kursen teil. Im Januar 2002 wurde das TLP ein  "Unit in Support of SHAPE" wobei SHAPE ein Teil vom MOU wurde. Deshalb wird TLP jetzt auch als ACE TLP bezeichnet, was fuer  "Allied Command Europe Tactical Leadership Programme" steht. Das Personal des TLP ist nicht nur stolz auf den guten Ruf des Programmes, welches ein exzellentes Training bietet, sondern auch auf die Pflege der Freundschaft und der Kreation eines Geistes der Kooperation zwischen den einzelnen Nationen. Es besteht kein Zweifel, dass Generationen von Aircrews von den gelernten Lektionen der TLP Kurse profitiert haben ,  und man kann nur hoffen, dass diese Tradition auf viele Jahre hinaus fortgefuehrt wird.

Lockheed Martin F-16C ORGANISATION: Die Fliegerische Sparte wird von einem Oberstleutnant geleitet, welcher im Rotationsprinzip von folgenden Nationen gestellt wird: Deutschland, Italien, Grossbritannien und den USA. Insgesamt 14 Offiziere aus 7 Nationen bilden die Fliegerische Sparte welche in zwei Bereiche aufgeteilt wird: Luft-Boden und Luftverteidigung Saemtliche Besatzungen haben vorher ihre Frontline-Ausbildung absolviert und alle kehren zwischen den TLP Kursen auf ihre Heimatbasen zurueck, um ihre Flugbrechtigung aufrecht zu halten. Die Mehrzahl verfuegt ueber einschlaegige TLP Erfahrung und nicht wenigen haben bereits Einsatzerfahrung im Nahen Osen sowie in der Balkanregion. Der Stab ist zustaendig fuer die Koordinierung der Einsatzszenarien, sowie fuer das Briefing und Debriefing der Teilnehmer sowie fuer die Bewertung der Resultate der Einsaetze sowie der gelernten Lektionen.
FLIEGERISCHE SPARTE: Ganze 6 TLP Flying Kurse werden pro Jahr abgehalten, wobei eine vier Wochen lang dauert. Bis zu 24 Flugzeuge inklusive Besatzungen nehmen daran teil. Jede fuer ein TLP abkommandierte Einheit besteht in der Regel aus zwei Maschinen und insgesamt bis zu 30 Mann an Besatzung und Bodenpersonal. Logischerweise sind bei jedem Kurs eine grosse Anzahl unterschiedlichster Taktischer Kampfflugzeuge aus allen beteiligten NATO-Laendern zugegen.

AMD Mirage2000 DZIELE der FLIEGERISCHEN SPARTE: Das Ziel eines jeden Kurses ist es, die Anforderungen eines Luftkrieges auch in Friedenszeiten so realistisch wie moeglich zu gestalten. Die Teilnehmer werden jeden Tag mit neuen Szenarien konfrontiert. Diese entsprechen den aktuellen Aspekten des modernen Luftkrieges und zielen darauf hinaus, den Teilnehmer an seine Grenzen zu fuehren. Dies wird haeufig dadurch erreicht, das die Piloten mit Situationen konfrontiert werden, denen sie waehrend des normalen routinemaessigen Trainings niemals ausgesetzt sind. Ein weiteres Ziel ist es aber auch, einen Informationsaustausch ueber die Waffensysteme, Taktiken und Faehigkeiten aller beteiligter NATO-Einheiten zu generieren. Durch die Bereitstellung einer Umgebung, welche die Entwicklung und die Diskussion ueber Multi-nationaler Taktik anregt, finden die Teilnehmer den besten Weg, die Vorteile ihrer unterschiedlichen Flugzeuge und Waffensysteme innerhalb der Multi-nationalem Streitkraefte anzuwenden. Deshalb ist jeder Kurs modular aufgebaut, um die Crews durch die 15 sorgfaeltig inszenierten Einsaetze zu schleusen. Diese Einsaetze geben den Teilnehmern ein Gefuehl ueber die Staerken und Schwaechen ihres jeweiligen Waffensystemes sowie fuer das Entwickeln von Taktiken, Techniken und Prozduren fuer den Einsatz von kombinierten Verbaenden. Die Teilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt, die eine Gruppe mit dem Aufgabenbereich Luft-Boden Angriff (die "mudders" - was frei uebersetzt soviel heisst wie “Schlammwuehler”) mimt den Angreifer, waehrend die zweite Gruppe die Luftverteidigung uebernimmt, einmal als unterstuetzende Einheit (Luftschirm) und ein anderes Mal als Verteidiger.  Von der noch recht einfachen Art, eine gemischte 4-6er Formation gegen eine begrenzte Anzahl Jagdflugzeuge zu fuehren, wird der TLP Teilnehmer bei staendig steigendem Schwierigkeitsgrad mit unterschiedlichen Szenarien konfrontiert, welche darin gipfelt, dass er in einem Multi-nationalen Verband von 24 Maschinen ein feindliches Ziel bekaempfen muss und zugleich einer feidlichen Streitmacht von 8 Jagdflugzeugen sowie Boden-Luft Raketen ausgesetzt ist.

RoH05TLP005_FA18Dank der zentralen Lage von Florennes koennen die Einsaetze in Grossbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Daenemark und natuerlich Belgien geflogen werden. Dies hat viele Vorteile, unter anderem die unterschiedlichen Gelaendegegebenheiten und Ziele sowie die Moeglichkeit wetterunabhaenging zu operieren (mehr oder weniger), aber auch den Laermpegel der durch staendige Einsaetze an einem Punkt entsteht, aufzuteilen. Einmal pro Jahr werden auch reine Nachtoperationen durchgefuehrt. Das Ziel ist es, COMAO Einsaetze auch bei Nacht durchfuehren zu koennen und die unterschiedlichen Anforderungen und Schwierigkeiten bei der Panung solcher zu ueben. Wegen des eingeschraenkten Luftraums  sowie Restriktionen (speziell in der Nacht) in und um Florennes, werden diese Nachteinsaetze an anderen Locations durchgefuehrt. Nun, da die TLP’s unter der Schirmherrschaft von SHAPE steht und mit der Bezeichnung ‘Region” lediglich Europa definiert ist, werden Einsaetze ausserhalb Europas als DFC (Deployed Flying Courses) bezeichnet. Da man stets darauf bedacht ist, bei der Entwicklung von Taktiken, Techniken und Richlinien fuer die NATO-Luftstreitkraefte in vorderster Reihe zu stehen, wurden fuer die TLP Kurse eine grosse Anzahl an Einsatzprofilen entwickelt und getestet, mit dem Ziel den staendigen Veraenderungen und Bedrohungen in unserer Welt gewachsen zu sein. 

RoH05TLP004_RF4EDie AKADEMISCHE SPARTE: The TLP Academic Branch is headed by a Wing Commander or Lieutenant Colonel drawn in rotation from the member nations of the MOU and comprises 2 shops, Academic and Intelligence. The "Academic Shop" conducts stand-alone study courses which are designed to promote an awareness of combined air operations amongst the aircrew and other tactical supporting agencies of the Central Region. Some of the courses are ideal, though not essential, pre-employment training for the Flying Courses. The Shop includes specialists in Defensive and Offensive Operations, Electronic Warfare and Combat Search and Rescue. The "Intelligence Shop" provides essential intelligence support to the other branches in the form of briefings and presentations as well as running specific intelligence courses for unit intelligence officers.
Um ihre Ziele zu erreichen, hat die Sparte unterschiedliche akademische Kurse und Lernperioden entwickelt: 1) COMAO (Composite Air Operations), 2) ADS (Air Defence Studies), 3) EW (Electronic Warfare), 4) Intel (Intelligence Operational Support Course) 5) Off Ops (Offensive Operations Course). Als ein gemeinsamer Faden in allen Kursen, vermitteln die Teilnehmer bei den Briefings ihre Kameraden ihr Fachwissen ueber ihr eigenes Waffensystem, das Leistungsvermoegen ihre Maschinen sowie ihre Taktiken. Spaeter waehrend der Diskussionsperioden und “Schreibtischmanoeuver” werden diese Taktiken analysiert und mit Taktiken und Gegentaktiken verglichen, welche bei bisherigen TLP’s als diejenigen rausgefunden wurden, welche bei Kombinierten Operation am besten funktionieren.  Waehrend dieser Kurse werden die Ergebnisse natuerlich nicht nur den Teilnehmern der Kurse zur Verfuegung gestellt. Jedes Jahr nehmen an den Akademischen Kursen in Florennes an die 500 Teilnehmer der NATO-Luftwaffen teil.

TLP 2-2005 28th February – 25th March:

Dieser Kurs war einer der besten der letzten Jahre, allein schon Aufgrund der Tatsache, dass viele seltene Besucher teilnahmen, wie die Elliniki Polemiki Aeroporia (Griechische Luftwaffe) mit vier F-4E (AUP) Phantoms und die Aeronautica Millitare Italiana (Italienische Luftwaffe) mit ihren neuen F-16A Falcons. Auch war die Deutsche Luftwaffe mit sechs F-4F PhantomsII zugegen, was die Gesamtanzahl der Phantoms auf 10! Maschinen brachte

TLP Fliegerische Sparte / Terminplan 2005:

TLP 2005-1  10. Januar bis 4. Februar 

TLP 2005-2  28. Februar. bis 25. Maerz 

TLP 2005-3  18. April bis 13. Mai 

TLP 2005-4  30. Mai bis 24. Juni  

TLP 2005-5  3. Oktober bis 28. Oktober

TLP 2005-6  22. November bis 17. Dezember

Fuer weitere Infos ueber das Command Europe Tactical Leadership Programme: www.florennes-as.be oder www.tlp.be

Robert Hannessen / CHECK6 Netherlands

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Release 4.1/2011